Beim Zähneputzen sollte man immer den Wasserhahn abstellen, das weiß doch jeder. Aber wieviel Geld spart man damit? Und hat es wirklich nur Vorteile?

Rein statistisch gesehen verbraucht jeder Deutsche rund 120 Liter pro Tag. Das wird für die Toilettenspülung, die Körperhygiene, zum Kochen oder auch zum Putzen und zum Waschen der Kleidung benutzt. Im Vergleich zu ärmeren Ländern verbraucht man damit hierzulande deutlich mehr Wasser. In der gleichen Statistik wird etwa Indien mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von nur 25 Litern aufgeführt – nur etwas mehr als ein Fünftel des deutschen Wertes. Trotzdem bringen es viele andere Nationen auch auf noch deutlich höhere Werte als wir hier in Deutschland. Die Amerikaner verbrauchen genauso wie die Russen, Spanier oder auch die Norweger allesamt mehr als das Doppelte unseres mittleren Verbrauchs. Während die Wassersparsamkeit in regenreichen Länden wie unserem zumindest kontrovers diskutiert wird (mehr dazu weiter unten), so ist eines doch unbestritten. Je mehr Wasser man verbraucht, desto höher fällt schließlich auch die Rechnung des Versorgers am Ende des Jahres aus. Darauf könnte vermutlich jeder verzichten, aber wie und wie viel kann man beim Zähneputzen sparen?

Jeder Liter ist bares Geld wert

Wie viel Wasser man beim Zähneputzen verbraucht, hängt einerseits davon ab, ob man das Wasser dabei ständig laufen lässt und andererseits natürlich auch davon, wie viel Wasser pro Minute aus dem Hahn fließt. Laut einer DIN-Norm kommen aus einem Hahn am Waschbecken maximal 8,4 Liter pro Minute (oder 0,14 Liter pro Sekunde). Natürlich wird es viele Installationen geben, die von diesen Werten mehr oder weniger deutlich abweichen, für unsere Beispielrechnung wollen wir aber trotzdem mit diesen Standardwerten rechnen. Wir nehmen dafür also eine genormte und voll funktionsfähige Installation an.

Verwendet man beim Zähneputzen einen Becher, verbraucht man dabei auch kaum mehr Wasser als der Becher fassen kann. Viel mehr als 0,2 Liter sind das in der Regel nicht, was bei zweimal täglichem Putzen einen Wasserverbrauch von rund 0,4 Liter ergeben würde. Lässt man das Wasser dagegen auch während des Putzens laufen, sieht die Sache ganz anders aus. Der Putzvorgang ist bei den meisten elektrischen Zahnbürsten mit Hilfe eines Timers auf 2 Minuten ausgelegt. In der Zeit fließen aus einem genormten Wasserhahn also 16,8 Liter (8,4 Liter pro Minute x 2 Minuten). Putzt man sich – wie empfohlen – auch abends die Zähne, kommt man dementsprechend auf einen Verbrauch von 33,6 Litern am Tag. Im Vergleich zum ersten Szenario ist das ein Mehrverbrauch von 33,2 Litern am Tag (33,6 Liter – 0,4 Liter)!

Bei einem durchschnittlichen Wasserpreis von rund 2 Euro pro Kubikmeter (oder 0,2 Cent pro Liter) ergeben sich tägliche Mehrkosten von 6,64 Cent (33,2 Liter x 0,2 Cent pro Liter). Im Laufe eines Jahres summieren sich die zusätzlichen Wasserkosten auf etwas mehr als 24 Euro, und das für nur eine Person! In einem Vierpersonenhaushalt ergeben sich durch das verschwenderische Zähneputzen Mehrkosten für das Wasser von fast 100 Euro. Ein Kostenfaktor, der sich denkbar einfach und dann auch sehr deutlich reduzieren lässt.

Wo Licht, da ist auch Schatten

Vor einigen Jahren galt es zusätzlich auch im Hinblick auf die Umwelt als erstrebenswert, möglichst wenig Wasser zu verbrauchen. Zumindest in dem Punkt ist man heute aber uneinig. Da wir in einer relativ regenreichen Region leben, verbrauchen wir sowieso nur rund 20 Prozent der jährlichen Niederschläge und das verbrauchte Wasser wird dem Kreislauf ja auch nicht dauerhaft entzogen. Zusätzlich zieht die recht ausgeprägte Wassersparsamkeit bei uns auch schon einige echte Probleme nach sich. Da die Frischwasserleitungen teilweise nicht ausreichend gespült werden, können sich im stehenden Wasser Bakterien bilden. Auch in den Abwasserleitungen bringen die niedrigen Durchflussmengen Nachteile mit sich. Feste Rückstände lagern sich so häufiger an den Rohren ab, was teure Wartungsarbeiten erforderlich macht. Trotzdem sollte man nun natürlich nicht sinnlos Leitungswasser verschwenden. Das drückt erstens aufs Portemonnaie und zweitens wird für das eventuelle Erhitzen des Wassers ja auch noch Energie verbraucht. Zumindest die sollte man aus Umweltschutzgründen so weit wie möglich einsparen.