Die Zahnbürste ist Bestandteil der täglichen Routine, umso schlimmer wenn sie mal nicht zur Verfügung steht. Lesen Sie hier welche Alternativen es gibt.

Die elektrische Zahnbürste streikt und eine Handzahnbürste hat man auch nicht mehr auf Vorrat? Oder man verbringt die Nacht ungeplant in einem fremden Bett und hat dann natürlich auch keine Möglichkeit die Zähne wie gewohnt zu pflegen. Es gibt viele mögliche Szenarien in denen man sich dann erst mal unwohl fühlt und der eigenen Zahngesundheit natürlich auch keinen Gefallen tut. Aber was kann man in solchen Fällen tun? Was sind mögliche Alternativen zur Zahnbürste und zur Zahncreme? Wir möchten hier zeigen, wie man improvisieren kann und welche Alltagsgegenstände dabei helfen können.

  1. Es muss nicht immer eine Bürste sein
    Statt eine Zahnbürste zu verwenden, kann man auch einfach einen Waschlappen oder ein Blatt Küchenrolle eng um den Zeigefinger wickeln und mit etwas Wasser anfeuchten. Falls vorhanden, sollte man dabei am besten natürlich etwas Zahnpasta verwenden, es geht aber auch ohne. Mit dem umwickelten Finger putzt man die Zähne dann so, wie man es normalerweise auch mit der Bürste tut: In kreisenden Bewegungen immer von Rot nach Weiß. Auch die Zunge kann man so putzen und danach den Mund dann gründlich mit Wasser ausspülen. Falls man weder Lappen noch Papiertücher hat, funktioniert die Methode natürlich auch – etwas weniger gut allerdings – mit dem blanken Finger.
  2. Munddusche – besser als nichts
    Wenn es um den Nutzen einer Munddusche geht, heißt es eigentlich immer, dass diese lediglich einen kleinen Bonus zur Zahnpflege darstellen kann, aber nicht mehr. Und es ist tatsächlich so, dass der Einsatz einer Munddusche niemals das Zähneputzen ersetzen kann. Denn mit Wasser können zwar sehr gut Speisereste entfernt werden, aber Zahnbeläge werden damit kaum gelöst. Trotzdem gilt hier natürlich auch: Besser ordentlich gespült, als gar nicht geputzt! Denn wenn wenigstens die Speisereste ausgespült werden, bieten sich den Plaque Bakterien auch weniger einladende Bedingungen. Die Bildung von schädlichen Belägen wird also verzögert.
  3. Holz – im Notfall oder für die absoluten Naturburschen
    Für diese Methode muss man entweder allein in der Wildnis sein, oder aber man möchte die Mitstreiter beim Camping einfach mit den eigenen Survival-Fähigkeiten beeindrucken. Tatsächlich kann die Zahnreinigung mit einem jungen Zweig sogar sehr gut funktionieren, die Methode ist schließlich nicht umsonst schon seit Jahrhunderten bei Naturvölkern erprobt. Wichtig ist allerdings, dass man sie als Städter auch richtig anwendet. Man braucht dafür einen jungen Zweig von einem nicht-giftigen Baum mit langen Holzfasern, mit einem Durchmesser von einem halben bis einen Zentimeter. Die meisten heimischen Laubbäume, zum Beispiel Eichen, eignen sich dafür sehr gut. Am Ende des Holzstücks muss dann zuerst die Rinde auf einer Länge von etwa 2 Zentimetern entfernt und das darunter liegende Holz weich gekaut werden. Wenn man alles richtig macht, entsteht so nach wenigen Minuten eine Art Pinsel aus den Holzfasern. Damit kann man die Zähne dann wie gewohnt putzen, allerdings sollte man dabei extra vorsichtig agieren und gerade zu Beginn mit deutlich weniger Druck arbeiten, als man das mit einer normalen Zahnbürste tun würde.
  4. Mundwasser für den frischen Atem
    Für Mundwasser gilt zunächst einmal dasselbe wie für Mundduschen: Im Alltag eine gute Ergänzung zur Reinigung mit der Zahnbürste und –seide, aber alleine ist es kein ausreichender Ersatz für eben diese. Im Notfall sind aber gerade medizinische Mundspüllösungen auf keinen Fall komplett wirkungslos und eindeutig besser als gar keine Zahnreinigung. Sie können zumindest helfen das Wachstum von schädlichen Mikroorganismen und Plaque zu verlangsamen und die oft enthaltenen Fluoride stärken außerdem den Zahnschmelz. Darüber hinaus stellt sich direkt ein angenehmes Frischegefühl ein und auch der morgendliche Mundgeruch lässt sich damit beseitigen.
  5. Zahnseide – die bessere Bürste
    Die meisten Experten empfehlen zur optimalen Zahnpflege zweimal täglich den Einsatz der Zahnbürste und einmal täglich den von Zahnseide. Letztere wird dabei leider immer wieder unterschätzt und vielleicht auch deswegen viel zu wenig benutzt. Laut Schätzungen verwenden nur etwa 5% der Deutschen regelmäßig Zahnseide, ein erschreckender Wert! Vor allem da viele Zahnärzte der Meinung sind, dass die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide sogar wichtiger für die Zahngesundheit ist, als das Putzen mit der Zahnbürste. Wenn man also schon keine Bürste dabei hat, im fremden Badezimmer aber Zahnseide rumliegt, dann sollte man die auch unbedingt benutzen.
  6. Kaugummi – man sieht dabei auch noch lässig aus
    Eine Zeit lang waren Zahnpflegekaugummis der letzte Schrei und wurden als das neue, große Ding beworben. Der Hype ist zurecht abgeflacht, denn im Alltag braucht eigentlich niemand Kaugummis für die Mundhygiene. Im Notfall können sich die kleinen Leckereien aber durchaus als nützlich erweisen. Sie helfen nicht nur dabei Essensreste loszuwerden, sie können sogar Zahnbeläge entfernen und Plaque reduzieren. Allerdings gilt auch hier „Viel hilft nicht immer viel“ und man sollte nicht ewig den gleichen Kaugummi bearbeiten. Denn schon nach kurzer Zeit kann dieser keine Bakterien mehr aufnehmen, sondern gibt stattdessen die vorher gelösten wieder in der Mundhöhle ab. Am besten kaut man also wenige Minuten intensiv und spuckt den Kaugummi dann aus. Dass Kaugummis ohne Zucker vorzuziehen sind, versteht sich von selbst.
  7. Die Zähne beim Essen und Trinken pflegen
    Wenn man schon keine Gelegenheit zum Zähneputzen hat, sollte man natürlich möglichst auf zuckerreiche Kost verzichten, da die schädlichen Bakterien sonst optimale Bedingungen vorfinden und das dann auch für längere Zeit. Aber man kann nicht nur auf Schädliches verzichten, man kann die Mundhygiene mit den richtigen Nahrungsmitteln und Getränken sogar aktiv verbessern. Grüner Tee enthält beispielsweise Stoffe, die die Bildung von Plaque hemmen und Zahnfleischproblemen vorbeugen. Entweder man verwendet den Tee als Mundspülung oder aber man trinkt ihn ganz einfach. Noch besser sind allerdings Obst- und Gemüsesorten, die eine scheuernde Wirkung beim Kauen entwickeln und die Zähne so ganz natürlich reinigen. Äpfel, Karotten oder auch Sellerie sind hier die Klassiker.
  8. Ohne Zahnbürste und Zahnseide muss man Kompromisse machen und die Zahngesundheit würde bei längeren Zeiträumen vermutlich auch irgendwann leiden. Aber es gibt viele Möglichkeiten die Zähne auch ohne die üblichen Hilfsmittel zu putzen und die Mundflora so zu verbessern. Wenn man eine der vorgestellten Möglichkeiten nutzt oder besser noch mehrere davon, dann kann man den Schaden tatsächlich minimieren. Einen frischen Atem gibts bei einigen Varianten außerdem noch dazu.

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