Wenn sich Mitmenschen im Gespräch plötzlich abwenden kann das ein erstes Anzeichen für Mundgeruch sein. Aber was sind die Ursachen und was hilft dagegen?

Mundgeruch hat viele mögliche Ursachen, darunter die verschiedensten Krankheiten, mangelhafte Mundhygiene, aber auch einfach bestimmte Ernährungsgewohnheiten. Während der Mundgeruch also nicht unbedingt ein Zeichen für ernste gesundheitliche Probleme sein muss, ist er häufig doch die Ursache für psychische Probleme. Denn chronisch schlechter Atem belastet nicht nur die Mitmenschen olfaktorisch, in erster Linie belastet das die Betroffenen selbst. Man schämt sich, vermeidet Gespräche auf engem Raum, meidet Menschen allgemein und der Liebe ist so ein dauerhaftes Problem natürlich auch nicht zuträglich. Wir wollen daher einen Blick auf die möglichen Ursachen von Mundgeruch werfen und anschließend auch ein Vorgehen zur Beseitigung dieser empfehlen.

Die möglichen Ursachen

Im Mund

Statistisch am wahrscheinlichsten, liegt die Ursache für schlechten Atem direkt im Mund. Bei Essensresten zwischen den Zähnen können Bakterien gedeihen, deren Ausscheidungen häufig für einen üblen, schwefelartigen Geruch verantwortlich sind. Aber auch Plaque, Zahnstein, Karies und Zahnfleischerkrankungen können zu Mundgeruch führen. Beläge auf der Zunge riechen ebenfalls und können nebenbei ein Anzeichen für eine Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, der Nieren oder auch eine Mangelerscheinung sein.

Im Nasen- und Rachenraum

Während die Ursache für Mundgeruch in den allermeisten Fällen wirklich im Mund zu finden ist, liegt an zweiter Stelle der Nasen- und Rachenraum. Auch hier können eine Reihe verschiedener Erkrankungen und Beschwerden zu Mund- und Nasengeruch führen. Können die Nasennebenhöhlen nicht mehr richtig belüftet werden, lagern sich hier Bakterien an, die für unangenehme Gerüche in der Atemluft sorgen können. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und umfassen zum Beispiel chronischen Schnupfen, Nasenpolypen, Depressionen, Sodbrennen und eine ganze Reihe von anderen Erkrankungen.

Im Magen- und Verdauungstrakt

In den seltensten Fällen ist die Quelle von schlechten Atemgerüchen im Magen und im Verdauungstrakt zu finden. In der Speiseröhre können Entzündungen oder auch einfach Sodbrennen als mögliche Ursachen gelten, während im Magen selbst eine Gastritis oder ein Magengeschwür verantwortlich sein können. Das ist möglich, aber eher unwahrscheinlich, wenn der Mundgeruch das einzige Symptom ist.

Was tun bei Mundgeruch?

Der erste Schritt ist getan, wenn man selbst erkannt hat, dass man Mundgeruch hat. Das ist gar nicht selbstverständlich, denn viele Menschen scheuen sich jemanden auf seinen schlechten Atem anzusprechen, selbst dann wenn es sich um einen engen Freund handelt. Wenn Sie also eine Vermutung haben, bisher aber keine Bestätigung, bitten Sie entweder einen Vertrauten um Hilfe oder fragen Sie ganz einfach Ihren Zahnarzt. Alternativ könnte man auch einfach am eigenen Handrücken lecken und dann warten bis die Stelle getrocknet ist. Riecht es dort dann unangenehm streng, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auch schlechten Atem hat, sehr hoch. Die folgenden Tipps können dann dabei helfen, das Problem wieder in den Griff zu kriegen und den Mundgeruch zu beseitigen:

  1. Regelmäßiger Zahnarztbesuch
    Wenn der letzte Besuch beim Zahnarzt schon länger als 6 Monate her ist, sollte das ganz oben auf der Agenda stehen. Liegen die Ursachen des Mundgeruchs im Mund, wird das der Zahnarzt auch erkennen und meist problemlos beseitigen können. Eventuell sind neue Füllungen, eine Sanierung oder einfach eine professionelle Zahnreinigung nötig. Aber auch wenn der Zahnarzt keine Ursache für den Mundgeruch erkennen kann, so kann er immerhin als Ratgeber dienen und mögliche weitere Schritte mit Ihnen besprechen.
  2. Zahn- und Mundhygiene
    Während der Zahnarztselbst im Optimalfall, nur alle 6 Monate tätig wird, ist man selbst an den übrigen 180 Tagen für die eigene Mundhygiene verantwortlich. Fällt die mangelhaft aus, kann sich auch ein schlechter Atem immer wieder manifestieren. Daher ist es wichtig die Zähne zumindest zweimal täglich gründlich zu putzen, am besten mit einer elektrischen Zahnbürste. Darüber hinaus sollten die Zahnzwischenräume einmal täglich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt werden. Bei Zungenbelag empfiehlt sich außerdem der regelmäßige Einsatz eines speziellen Zungenreinigers. Zusätzlich kann auch eine Munddusche und eine antibakterielle Mundspülung verwendet werden.
  3. Ernährung
    Unabhängig von etwaigen medizinischen Problemen spielt die aufgenommene Nahrung und Flüssigkeit eine entscheidende Rolle bei der Geruchsbildung in der Atemluft. So sorgen, wenig überraschend, Zigaretten, Alkohol und Kaffee häufig für schlechten Atem. Auch Nahrungsmittel wie Knoblauch und Zwiebeln können für länger anhaltenden Mundgeruch verantwortlich sein. Auf Wasser sollte dagegen auf keinen Fall verzichtet werden, ganz im Gegenteil. Man sollte reichlich Wasser trinken, um gut hydriert zu bleiben und den Mund und die Speiseröhre regelmäßig zu spülen.
  4. HNO Arzt
    Stellt sich trotz optimaler Mundhygiene und bewusster Ernährung keine Besserung ein, empfiehlt sich ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten. Hier können dann mögliche Ursachen im Rachenraum, in der Nase und bis hinunter in die Speiseröhre abgeklärt werden.

Niemand muss mit Mundgeruch leben. Mit einer bewussten Ernährung, gesundem Lebenswandel und einer guten Zahnpflege können Sie selbst die Grundlage für frischen Atem legen. Darüber hinaus hilft ein Besuch beim Zahnarzt in den meisten Fällen schon die Ursachen für Mundgeruch zu beseitigen. Nur in Ausnahmefällen ist dann überhaupt ein Besuch bei weiteren Ärzten nötig.

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