In der Werbung versprechen Zahnpflegekaugummis eine ganze Menge, aber was davon können sie tatsächlich halten? Ein Überblick.

Als Ökotest zuletzt einen Vergleich von Zahnpflegekaugummis durchgeführt hat, wurden 35 verschiedene Produkte von über 20 Herstellern untersucht. Diese Zahlen geben schon einen ersten Hinweis darauf, was für ein Marktpotential es mittlerweile in dem Bereich zu geben scheint. Die Versprechen aus der Werbung klingen aber auch zu gut: Gesündere Zähne, weniger Plaque, verringertes Kariesrisiko, weißere Zähne und die Liste ließe sich vermutlich noch fortsetzen. Aber was ist wirklich dran an den Zahnpflegekaugummis? Wo können sie wirklich Vorteile für die Zahngesundheit bringen und was können sie nicht leisten? Und was unterscheidet sie überhaupt von einem „normalen“ Kaugummi? Wir haben die Sache untersucht und es folgt ein Überblick.

Unterschied zu normalen Kaugummis

Während bei normalen Kaugummis in der Regel Zucker enthalten ist, sind Zahnpflegekaugummis ausnahmslos zuckerfrei. Hier wird der Zucker meist durch den Stoff Xylit ersetzt, der ähnlich schmeckt, aber eben keine Karies verursacht. Auch andere Inhaltsstoffe sind speziell auf die Zahnpflege zugeschnitten und in normalen Kaugummis nur selten zu finden. So enthalten Zahnpflegekaugummis oft Vitamine, Mineralien und Fluorid. Diese Stoffe sollen dabei helfen die Zähne zu remineralisieren und den Zahnschmelz widerstandsfähiger zu machen. Im Hinblick auf die Zahngesundheit dürften die speziell entwickelten Kaugummis also tatsächlich besser als die herkömmlichen Kaugummis sein, aber auch die können durchaus von Vorteil sein. Denn was beide Produkte gemeinsam haben, ist die Anregung des Speichelflusses, was sich wiederum positiv auf die Mundflora auswirkt.

Wirkung und Grenzen

Um es zu Beginn gleich deutlich zu sagen: Zahnpflegekaugummis können die normale Mundhygiene mit Zahnbürste und Zahnseide auf keinen Fall ersetzen. Es kann sich hier lediglich um eine ergänzende Maßnahme handeln, welche aber durchaus Wirkung zeigen kann. Diese liegt bei Zahnpflegekaugummis im Wesentlichen in den drei folgenden Bereichen:

  • Speichelfluss anregen: Alle Arten von Kaugummis regen den Speichelfluss im Mund stark an. Laut medizinischen Studien wird sogar bis zu zehnmal soviel Speichel produziert, wenn ein Kaugummi gegessen wird. Der Speichel ist dann auch tatsächlich essentiell für die Zahngesundheit, denn die darin enthaltenen Enzyme und Mineralien stellen den Erhalt der Zähne sicher. Die remineralisierende Wirkung des Speichels wird bei speziellen Zahnpflegekaugummis durch die enthaltenen Mineralien und Fluoride sogar noch verstärkt.
  • Säure neutralisieren: Nach dem Essen befinden sich Zuckerbestandteile im Mund, die den dort ansässigen Plaque-Bakterien als Nahrung dienen. Diese produzieren daraus schließlich Milchsäure, die erstens Mundgeruch verursachen kann und zweitens auch den Zahnschmelz schwächt. Zahnpflegekaugummis können dann, zusammen mit dem leicht alkalischen Speichel, diese Säuren neutralisieren. Wenn man direkt nach dem Essen also mindestens 10 bis 15 Minuten Kaugummi kaut, hilft das den Zahnschmelz zu schützen und somit auch Karies vorzubeugen. [Studie (englisch)]
  • Mechanische Reinigung: Während beim Einsatz einer elektrischen Zahnbürste bis zu 90 Prozent der Zahnbeläge entfernt werden, kann das Kaugummikauen lediglich einen Bruchteil davon leisten. Vor allem werden hier auch nur die Kauflächen erreicht, alle anderen Stellen aber so gut wie gar nicht. Das erklärt auch, dass spezielle „Weiße Zähne“ Kaugummis so gut wie keine Wirkung haben können.
  • Fazit – gute Ergänzung

    Kaugummis sind also weder unbedingt für eine gute Zahnpflege notwendig, noch können sie die herkömmlichen Zahnpflegeartikel ersetzen. Komplett nutzlos sind sie dann aber trotzdem nicht, denn zur ergänzenden Pflege, etwa nach dem Essen im Restaurant, eignen sich Zahnpflegekaugummis absolut. Sie können helfen das Kariesrisiko zu senken, den Zahnschmelz stärken und Mundgeruch beseitigen oder verhindern.

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