Die Reinigung der Zahnzwischenräume war schon immer ein Problem bei der Zahnpflege. Lesen Sie hier wie das zwei Tüftler vor über 50 Jahren ändern wollten.

Betrachtet man die Entwicklung der Mundhygiene und besonders die Reinigung der Zahnzwischenräume, muss man weiter in der Menschheitsgeschichte zurückblicken, als man das vielleicht zunächst vermutet. Bereits die Neanderthaler kannten vor über 40.000 Jahren das Prinzip der Zahnreinigung und deren Bedeutung. Aufgrund der fehlenden medizinischen Versorgung bedeutete eine Erkrankung zur damaligen Zeit schließlich fürchterliche Schmerzen für Wochen oder Monate und im schlimmsten Fall sogar den Tod. Wie archäologische Funde bestätigen, hat man daher kleine Holzstäbchen genutzt, mit denen Zähne und Zwischenräume gereinigt wurden. Das ist natürlich weit von heutigen Standards entfernt, aber immerhin besser als nichts.

Vergangene Zahnpflegetechniken

Im Laufe der Jahrtausende und in den unterschiedlichen Kulturen kamen viele verschiedene Techniken und Hilfsmittel zum Einsatz. Im Alten Rom etwa setzte man auf Steinstaub, der die Zähne zwar nicht besonders schonend, aber dafür wirksam sauber und weiß hielt. Außerdem hatte man frühe Formen von Mundwasser entwickelt. Die Griechen setzten dagegen auf raue Leinentücher und Zahnputzmittel aus verschiedenen Kräutern und Baumrinde. Die Zahnzwischenräume waren aber bei allen vergangenen Zivilisationen ein Problem und erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts propagierten Zahnärzte den Einsatz von Seidenfäden zur Reinigung. In den 1940er Jahren hat schließlich Dr. Charles Brass die Nylonzahnseide erfunden, die nicht nur elastischer als das Naturprodukt war, sondern auch für deutlich bessere Reinigungsergebnisse sorgte. Den Namen Zahn“seide“ verdanken aber alle aktuellen Varianten noch immer dem ursprünglichen Naturprodukt.

Ein Ingenieur und ein Zahnarzt

Im Jahr 1962 kam schließlich der nächste Fortschritt im Bereich Zwischenraumreinigung, nämlich mit der Entwicklung der ersten Munddusche. Der Zahnarzt Gerald Moyer und der Ingenieur John Mattingly hatten sich zusammen getan und nach zahllosen Versuchen den ersten funktionierenden Prototypen einer elektrischen Munddusche gebaut. Dabei kam eine starke und trotzdem winzig kleine Wasserpumpe zum Einsatz, die einen pulsierenden Wasserstrahl erzeugte, mit dem man besonders gut die Zahnzwischenräume spülen konnte. Erst 1967 wurde die Erfindung dann patentiert und obwohl ursprünglich nur für den professionellen Einsatz durch den Zahnarzt gedacht, auch an Privatleute verkauft.

Die beiden Erfinder nannten ihre Firma zunächst Aqua Tec Corp. und diese wurde schon wenig später von Teledyne gekauft und in Water Pik umbenannt. Water Pik produziert bis heute in erster Linie Mundduschen und während man im Rest der Welt ein Wettbewerber unter vielen ist, hat man in den USA eine marktbeherrschende Stellung inne. Das geht soweit, dass der Markenname „Waterpik“ oft auch als Synonym für eine Munddusche allgemein genutzt wird. Ähnlich wie bei uns das Tempo schlicht für ein Taschentuch steht. Neben Mundduschen und elektrischen Zahnbürsten für den Privatgebrauch produzieren die Amerikaner auch Zubehör und Instrumente für den professionellen Einsatz, sowie Duschköpfe. Kein Wunder, bei der Geschichte.

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